Strahlendes Milliardengrab - Warum uns die Atomkraft in der Klimakrise nicht hilft | Doku

Nächstes Jahr geht das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz. Doch damit ist das Thema noch längst nicht vom Tisch. Exakt – die Story zeigt, wie viel länger uns die jahrzehntelange atomare Stromerzeugung noch belasten wird. Viel länger, als wir bisher wussten. Es entstehen weitere immense Kosten, die kommende Generationen belasten - ein Milliardengrab. Auch die zeitlichen Dimensionen sind riesig: Die Dekontaminationsarbeiten im ehemaligen AKW Greifswald/Lubmin werden noch bis Mitte der 2060er Jahre andauern. Weitere 40 Jahre also. Das räumt die Pressesprecherin des Entsorgungsunternehmens ein. Die Rückbauarbeiten dauern bisher schon 26 Jahre. Geschätzte Kosten: 6,4 Milliarden Euro. Vor 10 Jahren wurde die Hälfte veranschlagt. Während Greifswald/Lubmin auf Kosten des Steuerzahlers zurückgebaut wird, sollen in Westdeutschland die Betreiber den Rückbau finanzieren. Geht ein Konzern pleite, fällt die Finanzierung auf die Steuerzahler zurück. Aus den Kosten der Endlagerung haben sich die Konzerne jedoch freigekauft: Ein Fonds von 24 Milliarden steht bereit. Wird das reichen? Fachleute bezweifeln das. Das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager, der Schacht Konrad, zeigt schon, dass auch dort die Kosten explodieren: Waren es ursprünglich 900 Millionen sind es nun mehr als vier Milliarden. Ein breites Bündnis von Gegnern vor Ort will die Einlagerung noch verhindern. Andere Gruppen wollen die bestehenden Kernkraftwerke weiterbetreiben. Der Verein Nuclearia demonstriert regelmäßig vor den noch laufenden AKW. Ihr Argument: Nur so können wir die Klimaziele erreichen, da Kernkraftwerke fast Co2-frei Strom erzeugen. Die AfD ist die einzige Partei, die im Bundestagswahlkampf den Weiterbetrieb propagiert. Ihr energiepolitischer Sprecher Karsten Hilse sagt in Exakt – die Story, dass es die „billigste Art der Stromgewinnung“ sei.
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